Autor Thema: Neu im Forum und Fragen über Fragen  (Gelesen 14308 mal)

Offline Kikmik

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Neu im Forum und Fragen über Fragen
« am: 08. Juli 2014, 18:33:17 Nachmittag »
Hallo,

ich bin hier neu und habe mich angemeldet um meine Fragen, bezüglich der Ausbildung sowie als ausgebildeter Justizfachwirt bzw. als allgemeiner Beamter im Amt, mit Erfahrungswerten zu füttern um mich entscheiden zu können diesen Beruf zu erlernen.

Leider konnte ich keine Antworten im Netz auf meine Fragen finden und hoffe nun, hier das ein oder andere Wissen vermittelt zubekommen.

Kurz zu mir:

Bin SaZ 12 Bundeswehr, 31 Jahre alt, gelernter KFz´ler mit Meisterbrief und 1 Kind.

Habe nun die Möglichkeit erhalten zum 01.09.14 eine Ausbildung zum Justizfachwirt zu machen. Ich weiß wie sich die Gliederung vollzieht, welches Aufgabenspektrum der J.fachwirt inne haben kann und auch das gewisse "drumherum".   
Nur eben nicht wie

a) schwer die Ausbildung für mich, quasi eine Laie, sein könnte da ja man nun extrem viel Recht und Gesetze verstehen und anwenden muss
b) wie hoch denn eigentlich die Chance ist, "wohnortnah" eine Stelle zubekommen nach erfolgreicher Ausbildung?

Wie gesagt, ich hoffe auf Erfahrungen und Wissen und nicht auf Querverweise.

Vielen Dank erstmal

MFG Kikmik

Offline Ringo

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #1 am: 08. Juli 2014, 19:40:35 Nachmittag »
Hallo Kikmik und herzlich Willkommen! Hier bist du genau richtig um deine Fragen los zu werden :)

Ich kann nur aus eigener Erfahrung berichten (ebenso 12 Jahre in der Firma Bw), dass die Ausbildung nicht ganz ohne ist. Vorher hatte ich auch überhaupt nichts mit Gesetztestexten oder ähnlichem zutun, also auch Laie im Bereich Jura. Und nach 12-jähriger Bundeswehrzeit wirst du dich wirklich hinsetzten müssen und etwas für die Ausbildung tun. Ist halt alles etwas her mit "in den Büchern schauen und so" ;) Aber es ist alles machbar!

Mein Ausbildungsgericht war ungefähr 30km vom Wohnort entfernt, ging also noch mit der Fahrerei. Bei den anderen Auszubildenden war glaube ich keiner weiter als 40 km entfernt. Alles noch im Rahmen! Sobald du dem zuständigem OLG das ok gibst, werden sie dich bei einem Ausbildungsgericht auf eine Anwärterstelle setzen. Sollte dieses Gericht wirklich zu weit vom Wohnort entfernt sein, würde ich dies schriftlich mit Begründung (Kind, Haus etc.) mitteilen. Eine etwaiger Tausch mit einem Mitauszubildenden wäre bestimmt möglich ;)

Was hast du denn über die Bundeswehr gewählt? Zulassungs- oder Eingliederungsschein?
Hierzu sei kurz erwähnt, dass sich der Eingliederungsschein in diesem Bereich aus finanzieller Sicht eher lohnt als den Zulassungsschein, da das letzte Gehalt auf 10 Jahre festgesetzt wird.

Welches Oberlandesgericht hat vor dich einzustellen? In welchem Bundesland lebst du?

Du wirst nach der Ausbildung im Einstellungsbezirk des OLG´s bleiben (zumindest ist es in Niedersachsen so). Es hängt immer am Personalbedarf der jeweiligen Gerichte ab, wo und wie du eingesetzt wirst. Nach der Ausbildung wird es für dich in eine sogenannte Rotationsphase gehen (da befinde ich mich gerade), dass bedeutet, du wirst erst mal nicht "wohnortnah" eingesetzt. Die Phase wird mindestens 1 Jahr dauern (Berufspraxis sammeln, andere Gericht kennenlernen etc.) Aber: Mit etwas Glück wird genau bei dem Gericht vor deiner Haustür eine Stelle frei und muss dringend besetzt werden (kann also ebenso passieren). im Letztem Abschnitt der Ausbildung solltest du eine "Wunschliste" abgeben, mit Angaben von Gerichten oder auch Staatsanwaltschaften, die für dich zum Interesse stehen. Die Personalplaner werden diese für den weiteren Werdegang nutzen, um dich (vor allem mit Kind) auch nah am Wohnort einsetzen zu können.

Ich hoffe, ich konnte Dir schon etwas helfen!
MfG

Offline Kikmik

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #2 am: 08. Juli 2014, 20:45:27 Nachmittag »
Ringo, ich danke Dir erstmal für Deine schnelle Antwort! :)

Zu Deinen Fragen:

Das OLG Dresden würde mich einstellen, also Sachsen. Wenn mein AG Aue werden sollte dann wären es 3Km bis dahin -> Haustür raus und dort wieder rein  8) Wäre nicht schlecht aber nicht so wichtig! Ich könnte mich auch mit Zwickau oder anderen umliegenden AG´s anfreunden, eben nur danach ist es mir wichtig.

Sicherlich verstehst Du die Frage auch warum "Heimatnah" wenn Du selbst 12 Jahre im Club gedient hast! Da ich die Jahre Pendler war, habe ich demzufolge auch die Nase voll, nur am Wochenende daheim zu sein. Nun, mit dieser Rotationsphase kann ich vorerst leben, wenn die Möglichkeit bestünde auf dem nächsten AG eine Anstellung zu finden.
Leider hab ich den Z(onk)-Schein gezogen da ich Wiedereinsteller war und mir somit der E-Schein verwehrt bleibt...warum auch immer?!
Was bedeutet denn Einstellungsbezirk vom OLG? Sind das alle LG und AG die ihm unterstellt sind oder nur in unmittelbarer Nähe vom OLG sich befinden? Wie war denn die Durchfallquote bei Deinem Durchgang?   
Leider befinde ich mich in der Zwickmühle, da ich auch die Zusage für die Polizei habe und ich mich entscheiden muss was besser ist. Ohne Frage wäre die Justiz besser, nur aus der Sicht heraus geregelte Arbeitszeit...


Offline Ringo

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #3 am: 09. Juli 2014, 10:09:25 Vormittag »
Moin,

hier mal ein Auzug von der Internetseite "Justiz in Sachsen":

Zitat
Der zwei Jahre dauernde Vorbereitungsdienst beginnt in der Regel am 1. September eines Jahres und umfasst eine praktische Ausbildung von mindestens 14 Monaten, die nach Möglichkeit an Gerichten und Staatsanwaltschaften in Wohnortnähe absolviert wird.

Also wird deine Ausbildung schonmal in der Nähe stattfinden. Weiter wird dort aufgeführt:

Zitat
Nach Bestehen der Laufbahnprüfung und Einstellung in das Beamtenverhältnis auf Probe erfolgt unter Ernennung zur/zum »Justizsekretär/Justizsekretärin zur Anstellung« die Beschäftigung bei einem Gericht oder einer Staatsanwaltschaft im Freistaat Sachsen.

Jetzt stellt sich die Frage, wie felxibel die Justiz in Sachsen ist. Ich glaube kaum, dass man dich nach der Ausbildung nach Bautzen und Dresden schickt, das wäre dann auch irgendwo unzumutbar. Mit dem Rotationsprinzip sei gesagt, dass es in Niedersachsen so durchgeführt wird. Vieleicht rufst du beim OLG in Dresden an und erkundigst dich, ob in Sachsen eine Rotation auch durchgeführt wird.

Zitat
Was bedeutet denn Einstellungsbezirk vom OLG? Sind das alle LG und AG die ihm unterstellt sind oder nur in unmittelbarer Nähe vom OLG sich befinden?
Es sind alle Landgerichtsbezirke die dem OLG unterstellt sind. Die Amtsgerichte sind wiederum den Landgerichten unterstellt.
Beispiel: Nach deiner Ausbildung benötogt das Landgericht Chemnitz einen Justizfachwirt, der dann seine Tätigkeit beim Amtsgericht in Aue aufnimmt.

Zitat
Wie war denn die Durchfallquote bei Deinem Durchgang?
In Niedersachsen wird in einer Zwischenprüfung (1. Ausbildungsabschnitt) auch das Tastschreiben geprüft, sprich mindestens 1800 Anschläge in 10 Minuten. Leider hat diese Prüfung jemand nicht bestanden und ist somit durchgefallen. Ob das in Sachsen auch geprüft wird, kann ich leider nichts zu sagen....
Ansonsten sind alle Mitauszubildenden mit bestandener Prüfung auch in den Justizdienst übernommen worden.

Polizei oder Justiz? Beide Aufgabenfelder sind spannend! Hier wirst du nun selbst entscheiden müssen :) Ich würde mich für die Justiz entscheiden, geregelte Arbeitszeiten, kein Schichtdienst, bessere Arbeitsatmosphäre usw.

Halt uns doch auf dem Laufenden, wie du dich entschieden hast!

MfG

Ringo
MfG

Offline rockstrrr

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #4 am: 18. Juli 2014, 23:20:24 Nachmittag »
Zitat von: Ringo
Jetzt stellt sich die Frage, wie felxibel die Justiz in Sachsen ist. Ich glaube kaum, dass man dich nach der Ausbildung nach Bautzen und Dresden schickt, das wäre dann auch irgendwo unzumutbar. Mit dem Rotationsprinzip sei gesagt, dass es in Niedersachsen so durchgeführt wird. Vieleicht rufst du beim OLG in Dresden an und erkundigst dich, ob in Sachsen eine Rotation auch durchgeführt wird.

Die sächsische Justiz rechnet mit hoher Flexibilität der Anwärter nach der Ausbildung, jedenfalls ist es das, was ich so mitbekommen habe. Ein Kollege (verheiratet, Kind) wohnt etwa 40 km von der Dienststelle entfernt. Aber kann ja auch sein, dass man Glück hat.

Zitat von: Ringo
Es sind alle Landgerichtsbezirke die dem OLG unterstellt sind. Die Amtsgerichte sind wiederum den Landgerichten unterstellt.
Beispiel: Nach deiner Ausbildung benötogt das Landgericht Chemnitz einen Justizfachwirt, der dann seine Tätigkeit beim Amtsgericht in Aue aufnimmt

...abgesehen von den Präsidialamtsgerichten, welche direkt dem OLG "unterstellt" sind.  :)

Offline Ringo

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #5 am: 20. Juli 2014, 11:53:28 Vormittag »
Genau, das Präsidialgericht steht einem Landgericht gleich (also ein Amtsgericht mit einer vergleichbaren Größe eines Landgerichtes) und untersteht somit direkt dem jeweiligen Oberlandesgericht. Dürfen wir natürlich nicht vergessen zu erwähnen :)
MfG

Offline rockstrrr

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #6 am: 20. Juli 2014, 14:28:15 Nachmittag »
Darauf hat ein Dozent viel Wert gelegt in meiner Ausbildung  ;D

Offline Ringo

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #7 am: 20. Juli 2014, 16:29:02 Nachmittag »
Sollte man natürlich auch wissen ;) War bei uns genauso!
MfG

Offline Ringo

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #8 am: 31. August 2014, 11:07:31 Vormittag »
Und wie hast du dich entschieden?
MfG

Offline Sblabla

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Re: Neu im Forum und Fragen über Fragen
« Antwort #9 am: 20. März 2018, 10:31:55 Vormittag »
Hey :)
Ich möchte gerne eine Ausbildung als Justizfachwirt in Sachsen machen.
Wie sind die Einstellungsmöglichkeiten? Und der Einstellungstest?

Liebe Grüße